Persönliche Schutzausrüstungen (PSA)

Weiterführende Informationen zur PSA-Richtlinie 89/686/EWG und zur PSA-Verordnung (EU) 2016/425.
Für das Herstellen und Inverkehrbringen von persönlichen Schutzausrüstungen (PSA) trifft die europäische PSA-Richtlinie 89/686/EWG eindeutige Vorgaben.

In den Geltungsbereich dieser EG-Richtlinie fällt „jede Vorrichtung oder jedes Mittel, das dazu bestimmt ist, von einer Person getragen oder gehalten zu werden, und das diese gegen ein oder mehrere Risiken schützen soll, die ihre Gesundheit sowie ihre Sicherheit gefährden“ (Auszug aus 89/686/EWG). Ebenfalls mit berücksichtigt werden austauschbare Bestandteile einer PSA, die für eine einwandfreie Funktion unerlässlich sind.

Persönliche Schutzausrüstungen dürfen im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) nur in Verkehr gebracht werden, wenn sie die Anforderungen der PSA-Richtlinie erfüllen.

Kategorien von Persönlichen Schutzausrüstungen

Die Richtlinie für persönliche Schutzausrüstungen sieht eine Produktklassifizierung in drei Risikokategorien vor.

  • PSA-Kategorie I (geringe Risiken)
    In diese Kategorie gehören solche persönlichen Schutzausrüstungen, bei denen man davon ausgeht, dass der Benutzer selbst die Wirksamkeit gegenüber geringfügigen Risiken beurteilen kann und deren Wirkung, wenn sie allmählich eintritt, vom Benutzer rechtzeitig und ohne Gefahr wahrgenommen werden kann (z.B. Handschuhe für Gartenarbeiten, leichtes Schuhwerk).
  • PSA-Kategorie II (mittlere Risiken)
    Zu dieser Kategorie gehören alle persönlichen Schutzausrüstungen, die weder der Kategorie I noch der Kategorie III zuzuordnen sind (z.B. Rettungswesten, Schwimmhilfen, Kälteschutzanzüge, Arbeitsschutzhelme, Schutzschuhe)
  • PSA-Kategorie III (hohe Risiken)
    Zu Kategorie III gehören komplexe persönliche Schutzausrüstungen, die gegen tödliche Gefahren oder ernste und irreversible Gesundheitsschäden schützen sollen, und bei denen man davon ausgehen muss, dass der Benutzer die unmittelbare Wirkung der Gefahr nicht rechtzeitig erkennen kann (z.B. persönliche Schutzausrüstungen zum Schutz gegen Absturz wie Harness-Systeme in Rettungswesten, Atemschutzgeräte).

Mit der PSA-Verordnung erkennt die EU-Kommission endlich an, dass Ertrinken zu sehr schwerwiegenden Folgen wie Tod oder irreversiblen Gesundheitsschäden führen kann. Daher werden Rettungswesten ab dem 21.04.2018 als Risikokategorie III klassifiziert.

Konformitätsbewertung

Bei den komplexen persönlichen Schutzausrüstungen (Kategorie III) sind eine Baumusterprüfung und eine Produktionsüberwachung durch eine benannte Stelle durchzuführen. In diesem Fall sind die Inhalte der Zertifizierungsverfahren zur Erlangung der CE-Kennzeichnung bzw. des GS-Zeichens vergleichbar. Daher wird das GS-Zeichen in diesem Bereich nicht verwendet.

Die weniger anspruchsvollen persönlichen Schutzausrüstungen (Kategorie I und II), die entweder ohne das Zertifikat einer benannten Stelle vom Hersteller mit der CE-Kennzeichnung versehen werden (Kategorie I) oder ausschließlich einer Baumusterprüfung unterzogen werden (Kategorie II), können jedoch nach entsprechender Prüfung das GS-Zeichen erhalten.

Umsetzung der Richtlinie in deutsches Recht

Die Richtlinie für persönliche Schutzausrüstungen ist seit dem 1. Juli 1992 in Kraft. Sie ist durch die 8. Verordnung zum GPSG in nationales Recht umgesetzt worden und gewährte einen Übergangszeitraum bis zum 30. Juni 1995. Seit dem 1. Juli 1995 können PSA im Bereich der EU nur in Verkehr gebracht werden, wenn sie den Bestimmungen dieser Richtlinie entsprechen.
Seit dem 1. Dezember 2011 geschieht dies über das Produktsicherheitsgesetz (ProdSG).

Am 20. April 2016 ist die neue PSA-Verordnung (EU) 2016/425 der Europäischen Union in Kraft getreten. Sie wird ab dem 21. April 2018 die alte PSA-Richtlinie 89/686/EWG vollständig ersetzen.

Rettungswesten werden ebenfalls der PSA-Kategorie III zugeordnet. (Stand: Mai 2016) Alle SECUMAR Rettungswesten und Schwimmhilfen erfüllen die heutigen und zukünftigen Anforderungen der PSA-Richtlinie und der PSA-Verordnung.