100 Jahre Sicherheit



Familienunternehmen, eine Geschichte, ein Wort: SECUMAR

Seit 1926 entwickeln und fertigen wir Rettungsmittel für die Luftfahrt und die Schifffahrt. Heute arbeiten mehr als 120 Mitarbeiter an unserem Standort in Holm bei Hamburg. Jährlich liefern wir rund 100.000 Rettungswesten aus.

Hinter SECUMAR stehen 100 Jahre Unternehmensgeschichte, eine klare Haltung und die Verbindung aus eigener Entwicklung, hoher Fertigungstiefe und „Made in Germany“. Unser Anspruch ist dabei unverändert: Wir wollen Rettungsmittel entwickeln und fertigen, die im entscheidenden Moment zuverlässig funktionieren.

SECUMAR ist die Marke der „Bernhardt Apparatebau GmbH u. Co.“. Der Name steht seit Jahrzehnten für Sicherheit und Rettung auf See. Unsere Geschichte begann mit Taucherausrüstung und Taucherhelmen. Daraus entwickelte sich ein Unternehmen, das heute Rettungswesten und weitere Rettungsmittel für anspruchsvolle Einsätze auf, im, unter und über dem Wasser fertigt.

Von der Taucherausrüstung zur Rettungsweste

Die Unternehmensgeschichte begann 1926 mit der Herstellung von Taucherausrüstung und Taucherhelmen durch Karl Bernhardt. In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich Bernhardt Apparatebau zu einem Spezialisten für technische Ausrüstung im maritimen Bereich.

1961 prägte Jost Bernhardt den Markennamen SECUMAR. Er verband die Begriffe Securitas, also Sicherheit, und in mare, also im Meer oder auf See. Damit war der Name gefunden, der bis heute für unsere Rettungsmittel steht.

Eine Anfrage der dänischen Marine lenkte die Aufmerksamkeit des Unternehmens nach dem Zweiten Weltkrieg zusätzlich auf das Thema Rettungswesten. Ein Kunde hatte neben Taucherausrüstung auch nach Schwimmwesten gefragt. Das Bernhardt Team nahm die Anfrage zum Anlass, sich intensiv mit der Entwicklung geeigneter Rettungsmittel zu beschäftigen.

Wie der Untergang der Pamir die Entwicklung beeinflusste

1957 führte die Schiffstragödie der Pamir zu einem radikalen Umdenken. Das Segelschulschiff sank im Orkan vor den Azoren. Nur sechs Männer der 86 köpfigen Besatzung konnten lebend aus den Rettungsbooten geborgen werden.

Viele der auf See gebliebenen Menschen ertranken, weil die damals verwendeten Westen zwar den Körper über Wasser hielten, den Kopf aber nicht zuverlässig aus dem Wasser herausführten. Jost Bernhardt und sein Team entwickelten deshalb Rettungsausrüstung, die ihren Träger auch im bewusstlosen Zustand vor dem Ertrinken schützen sollte. Die Weste musste eine Person aus der Bauchlage in die Rückenlage drehen und den Kopf mit dem Gesicht über Wasser halten.

Dafür vertiefte das Unternehmen seine Grundlagenforschung zur Schwimmphysik und zum Verhalten des menschlichen Körpers im Wasser. Die Forschungsergebnisse wurden unter anderem in der Studie Mensch im Medium Wasser veröffentlicht. Entscheidende Erkenntnisse zum Drehmoment ermöglichten die Entwicklung einer Weste, die den Träger in eine ohnmachtssichere Lage drehen konnte.

1958 brachte Bernhardt Apparatebau mit der Norge 3F die erste ohnmachtssichere Rettungsweste auf den Markt. Damit begann ein neues Kapitel in der Entwicklung moderner Rettungswesten.

Forschung, Tests und Erfahrung aus der Praxis

Heute entwickeln und fertigen wir Rettungswesten für den privaten Wassersport ebenso wie für professionelle Anwendungen. Dazu gehören unter anderem der Einsatz bei Feuerwehren, im Katastrophenschutz, bei Rettungsorganisationen und in der Schifffahrt. Unsere Produkte kommen in der Luftfahrt und auf dem Wasser ebenso zum Einsatz wie bei speziellen technischen Anwendungen.

Die Entwicklung unserer Rettungsmittel lebt vom Austausch mit den Menschen, die sie nutzen. Rückmeldungen aus der Praxis, eigene Tests und die kontinuierliche Weiterentwicklung unserer Produkte gehören deshalb eng zusammen. Ein Beispiel für dieses Zusammenspiel sind die Spezialwesten, die wir für die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger entwickelt haben.

Wir verbinden Erfahrungen aus der Praxis mit eigener Forschung und Entwicklung, intensiven Tests und hohen Qualitätsstandards. Unser Ziel ist nicht, möglichst viele Produkte anzubieten. Wir wollen für unterschiedliche Einsatzbereiche die passende und zuverlässige Lösung entwickeln.

In Holm zuhause

Unser Standort ist seit Beginn dieses Jahrtausends Holm in Schleswig Holstein, nahe bei Hamburg. Auf einem rund 10.000 Quadratmeter großen Gelände arbeiten Produktion und Verwaltung, Entwicklung, Näherei, Vertrieb und Marketing eng zusammen.

Die Nähe zwischen den verschiedenen Bereichen ist für uns ein wichtiger Vorteil. Viele Prozesse bleiben direkt nachvollziehbar. Fragen lassen sich schnell klären. Erfahrungen aus der Fertigung und aus dem Kontakt mit unseren Kunden fließen unmittelbar in die weitere Entwicklung ein.

„Wir wollen an unserem Standort in Deutschland festhalten, weil wir hier verwurzelt sind und uns für unsere Mitarbeiter und unsere Region verantwortlich fühlen“, sagt Benjamin Bernhardt, der das Unternehmen in vierter Generation führt.

Schon als Kind war er „Crashtest Dummy“ für die erste aufblasbare SECUMAR Rettungsweste für Kleinkinder ab zwei Jahren. Auch Jan Ulrich Bernhardt, Mitglied der Geschäftsführung und Vater von Benjamin Bernhardt, unterstreicht die Bedeutung des Standorts:

„Wir setzen auf die Produktion hier in Holm, weil wir Rettungsgeräte bauen, die zu 100 Prozent funktionieren müssen. Diesen Qualitätsanspruch können wir hier mit unseren hochmotivierten Leuten erreichen.“

Made in Germany für die ganze Welt

Wir fertigen in Deutschland, weil wir hier die Voraussetzungen für unsere Qualitätsansprüche finden. Dazu gehören unsere eigene Entwicklung, die hohe Fertigungstiefe, kurze Wege und die Erfahrung unserer Mitarbeiter.

„Gerade weil wir einen so großen Fokus auf die Qualität legen, fertigen wir in Deutschland. Wir sind nur hier in der Lage, diese hohe Qualität zu erreichen. Dazu ist und bleibt die Innovation ein großes Thema bei uns im Hause“, sagt Benjamin Bernhardt.

Unser Ziel ist klar: Wir wollen Spezialist für Rettungsgeräte in der Luftfahrt und Schifffahrt bleiben und unsere Produkte weltweit vertreiben.

Vier Generationen der Familie Bernhardt haben das Unternehmen geprägt. Auf Gründer Karl Bernhardt folgten Jost Bernhardt, Jan Ulrich Bernhardt und Benjamin Bernhardt. Alle Generationen legten großen Wert auf eigene Forschung und Entwicklung. Diese Verbindung aus Erfahrung, technischem Können und stetiger Weiterentwicklung hat SECUMAR zu einem Synonym für Sicherheit und Zuverlässigkeit gemacht.

Verantwortung für die Zukunft

Pro Jahr liefern wir rund 100.000 aufblasbare Rettungswesten aus. Über die Jahrzehnte sind viele Millionen aufblasbare Rettungswesten entstanden. Hinzu kommen weitere Millionen Feststoffwesten.

Unser Unternehmen ist dabei Schritt für Schritt gewachsen. Aus dem achtköpfigen Team der 1950er Jahre ist eine Mannschaft von mehr als 120 Mitarbeitern geworden. Sie prägen SECUMAR mit Ideen, technischem Können, handwerklicher Erfahrung und Leidenschaft.

Verantwortung bedeutet für uns mehr als die Entwicklung und Herstellung zuverlässiger Rettungsmittel. Im Jubiläumsjahr streben wir die Zertifizierung nach ISO 14001 an. Unsere Photovoltaikanlage unterstützt eine energieeffiziente und unabhängige Stromversorgung. Außerdem engagieren wir uns in regionalen Projekten sowie für Sport und Kultur. Dazu gehört auch die Veranstaltungsreihe ars secumaris.

100 Jahre Unternehmensgeschichte sind für uns Anlass zurückzublicken. Sie sind aber vor allem Ansporn, unsere Arbeit konsequent fortzusetzen. Das Ziel bleibt dasselbe: Wir wollen die bestmöglichen Rettungsmittel für ihre jeweilige Zeit entwickeln und damit Sicherheit auf dem Wasser und in der Luft schaffen.