|
Normen für Rettungswesten
und Schwimmhilfen
Richtlinien, CEN Normen und ISO Normen (Stand Nov. 2001)
|
|
Richtilinien
sind gesetzähnliche Vorgaben der Europäischen Kommission
in Brüssel, die nach gewissen Übergangsfristen in nationale
Gesetze einmünden müssen und damit die europäischen
Gesetzesanforderungen harmonisieren.
Unter der Richtlinie mit Namen "Persönliche Schutzausrüstungen
(PSA)" , mit der Gefahren und Bedrohungen der Gesundheit des
Menschen abgewendet und verhütet werden sollen, ist seit 1988/89
in Europa ein Regelwerk neuer Normen entstanden. Darunter befinden
sich Normen zum Schutz gegen Ertrinken, zum Schutz gegen Stürze
von Bord von Schiffen sowie zum Schütz gegen Unterkühlung
und Erfrieren im Wasser : |
| |
| PSA
|
CEN-Normen
|
ISO
Normen |
| für
Rettungswesten und Schwimmhilfen |
EN
393, 394, 395, 396, 399 |
prEN
ISO 12402,
Teile 1 bis 10
(prEN = Entwurf) |
 |
| für
Auffanggurte und Sicherheitsleinen |
EN
1095
|
prEN
ISO 12401
(prEN = Entwurf) |
 |
| für
Kälteschutzanzüge |
EN
1913, 1-3 |
prEN
ISO 15027
Teile 1 bis 3
(prEN = Entwurf) |
|
|
| Im
Unterschied zu den bisher geltenden nationalen Normen von England
(BSI) und Deutschland (DIN) - alle anderen europäischen Länder
hatten bisher keine Normenvorschriften auf diesem Gebiet - sind die
CEN-Normen (oder Euro-Normen) in die nationalen Gesetze einzubetten
und damit verbindlich für die Anwendung (Verstöße
sind sogar strafbar!).
Bei Rettungswesten
und Schwimmhilfen ist die Übergangszeit von 'alten' nationalen
Regelungen auf 'neue' europäische Normen ist seit Mitte 1995
abgelaufen, sie sind seither in Kraft. Ebenso die Norm für
Auffanggurte und Sicherheitsleinen, die seit dem Jahr 2000 gilt.
Seit einigen
Jahren werden in einem sogen. parallelen Abstimmungsverfahren alle
CEN-Normen zusammen mit ISO verfaßt (ISO = International Standardisation
Organization). Alle oben genannten Normungsvorhaben werden heute
in dieser Ebene als ISO Norm-Entwürfe be- und überarbeitet.
|
|
| Wichtige
Neuheiten der Euro-Normen zum Schutz gegen Ertrinken |
| Die
Euro-Normen teilen Schwimmhilfen und Rettungswesten in vier Klassen
50, 100, 150 und 275 auf. Maßstab ist dabei die Tragkraft in
Newton (N). Die unterste Klasse ist die Kategorie 50N, vorbehalten
für Schwimmhilfen. Die Kategorien 100N, 150N und 275N kenn-zeichnen
Rettungswesten. Die universale Rettungsweste ist etwa die Klasse 150,
während die 275er Kategorie die Extreme für außergewöhnliche
Anforderungen beschreibt. Für jede Kategorie sind Einsatzbereiche
definiert. So verlangt die Verwendung von Schwimmhilfen 50, daß
u.a. immer Hilfe in der Nähe ist und Kinder unterhalb einer Grenze
(30 kg) ausgeschlossen sind. Die Ohnmachtssicherheit von Rettungswesten
wird von der getragenen Bekleidung abhängig gemacht. Auf der
Verkaufsverpackung sind zur Informatie des Verbrauchers alle Bereiche
und ihre Kategorien mit Erklärungen zu nennen. Produkt und Verpackung
sind mit umfangreichen genormten Informatieen zu versehen. |
|
| Was
bedeutet das CE-Zeichen? |
Die
EG-Richtlinien schreiben den Herstellern besondere Kennzeichnungspflichten
vor. Die bedeutsamste ist die Kennzeichnung mit dem europäischen
Konformitätszeichen CE (= frz. Conformité Européenne).
Damit dokumentiert, daß die vorgeschriebene Baumusterprüfung
dieser PSA von einem unabhängigen Prüfinstitut vorgenommen
und die Normerfüllung von einer für ganz Europa notifizierten
Prüfstelle festgestellt wurde. Danach unterliegt das Produkt
lebenslang einer Fertigungsüberwachung durch die benannte Stelle.
Die Hersteller müssen jedes Modell ihres Programms dieser Regelung
unterwerfen. Wenn sie die Serie in den Markt bringen, müssen
alle Producten das CE Zeichen als Urkunde ihrer Konformität mit
dem Baumuster tragen. Eine solch strenge Verpflichtung hat es zuvor
in Europa nicht gegeben.
|
| Das
Zeichen |
Beispiel
einer CE-Markierung auf einer Rettungsweste |
 |
| 0299
|
 |
01 |
|
| |
0299
ist die Prüfstellennummer, 01 das Jahr der Baumusterprüfung |
|
|
| Vergleich
Euro-Norm (EN) und bisherige nationale Normen (z.B. Deutsche Norm
DIN, englsiche Norm BS) |
| Mit
Übernahme der Euro-Normen entsteht für die nationalen Märkte
nicht etwa ein geringeres Sicherheitsniveau als vorher bei Geltung
der DIN oder BS-Vorschriften. Die nationalen Normungsgesellschaften
übernehmen diese Norm in ihren Bestand (z.B. DIN EN 396, BS EN
396). Dann obliegen dem Hersteller eine größere Zahl von
Pflichten und Anforderungen an die Qualität (Baumusterprüfung,
Konformitätsnachweise). Der Verbraucher bekommt eine größere
Übersicht und Vergleichbarkeit über die Sicherheitsgeräte
'Rettungsweste und Schwimmhilfe', deren Zweck und technische Daten
eindeutig und in der Sprache des jeweiligen Landes angegeben werden
müssen. |
|
| Zur
Orientierung: die 4 Norm-Klassen |
 |
 |
 |
 |
| Schwimmhilfen |
Rettungswesten |
Rettungswesten |
Rettungswesten |
Nur für
gute Schwimmer geeignet. Nur für geschützte Gewässer,
wo Hilfe schnell zur Stelle ist. Nicht ohnmachts-
sicher! Für Kinder (bis 30 kg) ungeeignet. Keine Rettungsweste! |
In Binnengewässern
und geschützten Revieren zu nutzen. Nur eingeschränkt
ohnmachtssicher (kleidungsabhängig). |
Für
alle Gewässer. Ohnmachtssicher. Eingeschränkt ohnmachtssicher
nur mit schwerer, wetterfester Kleidung. |
Für
Hochsee und extrem schwierige Bedingungen. Umgehende Ohnmachts-
sicherheit in den meisten Fällen auch mit schwerer, wetterfester
Kleidung |
|
|