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Die
„Bismarck“ und der Vater der Schiffssicherheit
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Gerhard
Junack war ein Mann, der wusste, wovon er spricht. Denn als
der Kapitän zur See Mitte der 50-er Jahre in die neu gegründete
Marine der Bundeswehr eintritt, hat er die ersten Begegnungen
mit den Schrecken des Meeres lange hinter sich. Junack war
als Zweiter Leitender Ingenieur an Bord des Schlachtschiffs
„Bismarck“, als dies am 24. Mai 1941 das englische Kriegsschiff
„HMS Hood“ versenkte. Und er war auch dabei, als die „Bismarck“
nur fünf Tage später nach einer dramatischen Seeschlacht sank
und 1977 Seeleute ihr Leben ließen. Viele von ihnen hatten
sich durch einen Sprung vom brennenden Schiff retten können
- um dann im Nordatlantik zu ertrinken. Junack selbst hatte
dem Tod ins Auge gesehen - und wollte nun den jungen Kameraden
dieses Schicksal ersparen.
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Kapitän Gerhard Junack war an
Bord der „Bismarck“, als sie sank. Nach Kriegsende widmete
er sein Leben der Schiffssicherheit.
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Die
Erinnerung und die Erfahrung ist Kapitän Junack gegenwärtig,
als er 1958 mit dem Aufbau der Schiffssicherungslehrgruppe
in Neustadt betraut wird. Dort soll jungen Marine-Soldaten
erklärt werden, wie Brände bekämpft und Lecks gedichtet,
wie Rettungswesten angelegt und Signalmunition eingesetzt
wird. Unschätzbar ist das Wissen, das er den Kadetten vermitteln
kann. Denn beinahe jede denkbare Notlage hat er am eigenen
Leib erfahren. Sein Wissen und die ruhige, geduldige Art,
es an den Nachwuchs weiterzugeben, bringen ihm den Titel
„Vater der Schiffssicherheit“ ein. Dazu trägt auch bei,
dass er erheblichen Anteil an der Neukonstruktion und Standardisierung
des Rettungsgerätes der Marine hat.
Dass
er bei seiner Arbeit irgendwann auf Jost Bernhardt stösst,
ist geradezu zwangsläufig. Junack ist beeindruckt von der
Arbeit des Konstrukteurs und kann selbst noch wertvolle
Verbesserungsvorschläge beisteuern. So werden SECUMAR-Producten
auf die Erfordernisse der Marine abgestimmt. Zum Einsatz
kommt beispielsweise die „Rettungsboje U-förmig“, eine Feststoff-Weste
mit einer Wurfleine, die den traditionellen Rettungsring
ablöst.
Den
Durchbruch aber bringt die Marine-Rettungsschwimmweste
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(MRS)
3, die ab 1964 eingeführt wird. Sie ist das Ergebnis
der konsequenten Forschungsarbeit von Jost Bernhardt, der
1958 die erste ohnmachtssichere Rettungsweste konstruierte.
Die MRS 3 ist nicht nur besonders robust ausgelegt und passend
zu den damals noch aus Leder gefertigten Gefechtsanzügen,
sondern sie erfüllt in einem wesentlichen Punkt die geforderte
Redundanz: Sie verfügt als erste aufblasbare Weste über ein
Zwei-Kammer-System - das bedeutet: doppelte Sicherheit im
Wasser. Damit nicht genug: Die Kammern lassen sich zudem auseinander
knöpfen und jede für sich anlegen, so dass eine Weste gewissermaßen
zwei Seeleute retten kann.
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Die Marinerettungsschwimmweste 3 (MRS 3)
von
Secumar überzeugte die Verantwortlichen der Bundeswehr.
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Die
Anerkennung, die SECUMAR bei der Bundesmarine geniesst,
führt nicht allein dazu, dass auch die Berufsschifffahrt
Vertrauen findet, sondern auch die Marinen anderer Staaten.
Seit den ersten Stunden hält Bernhardt Kontakt zur dänischen
Marine. Zunächst hilft er dem für die Ausrüstung verantwortlichen
Kapitän F. Christensen mit aufgekauften Rettungswesten aus
Wehrmachtsbeständen weiter, die später durch selbst gefertigte
Producten abgelöst werden. Heute haben viele NATO-Marinen
SECUMAR-Rettungswesten an Bord.
Seit neuestem
verlässt sich auch die US-Navy auf SECUMAR-Technik. Gemeinsam
mit dem amerikanischen Partner-Unternehmen STEARNS
stattet SECUMAR die Navy mit Auslöseautomaten für die Rettungswesten
aus.
Aber
für andere militärische Spezialverwendungen hält SECUMAR
ebenfalls passende Westen parat. Zu ihnen gehören der Tauchersicherungskragen
TSK oder auch der U-Boot-Rettungskragen URK 80, der mit
einer besonders viel Luft fassenden Flasche ausgelegt ist.
Seit
Ende der 60-er Jahre setzt auch die Bundesluftwaffe auf
SECUMAR-Rettungswesten; zunächst die F 104-Starfighter-Piloten,
nun die Crews der Tornado-Flugzeuge. Selbst das Heer kommt
ohne SECUMAR nicht aus. Pioniere sind mit Feststoff-Westen
ausgerüstet. Und sogar in Fahrzeugen, die auf den ersten
Blick nun wirklich nichts mit Wasser zu tun haben, findet
man Rettungswesten: in Kampfpanzern. Weil die Tanks vom
Typ Leopard bis zu einer gewissen Tiefe Gewässer „durchwaten“
können, indem sie sich Luft per Schnorchel ansaugen, sind
auch sie mit dem Seenot-Rettungsmittel „Weste“ ausgestattet.
Denn der „Leo“ könnte unter Wasser ja mal liegenbleiben...
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